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Informationen zur Psychotherapie, analytischen Psychotherapie und Psychoanalyse

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Psychotherapie

ist ohne Zweifel ein schwieriges Gebiet mit vielen Unklarheiten, Widersprüchlichkeiten und Fallstricken. Dies soll ein Versuch sein, trotzdem die wichtigsten Gesichtspunkte so prägnant wie möglich darzustellen. Ich möchte mich dabei bewusst nicht an ein Fachpublikum wenden, sondern an all diejenigen Menschen, die Durchblick im Dschungel der Psychoszene suchen. Es geht hier nicht um die Diagnose und Behandlung bestimmter Erkrankungen, sondern ausschließlich um die Orientierung in verschiedenen, Fragestellungen um die Psychotherapie als solche.

Einfach ist die Materie nicht. Manchmal erscheint das ganze vielleicht sogar abgehoben. Etwas Zeit und Aufmerksamkeit sind notwendig. Für jeden Vorschlag, es noch mehr zu vereinfachen bin ich dankbar. Obwohl etwa doppelt so viele Frauen wie Männer psychotherapeutisch tätig sind, habe ich im Text darauf verzichtet, jedes mal das übliche ....../in z.B. an den Begriff "Therapeut" anzufügen.

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Kleiner Ausflug in die Geschichte

Psychotherapie ist wohl so alt wie die Menschheit. Die ersten Therapeuten waren Schamanen und Priester bzw. Priesterinnen früher Kulturen und Religionen. Erste schriftliche Zeugnisse kommen von den alten Griechen. Das Orakel von Delphi (des Gottes Apollo) hat eine besondere Berühmtheit: Die Weissagung als therapeutisches Mittel. Die Trance war der hauptsächliche Zugang zu seelischen Prozessen. Magische Handlungen dienten der Heilung. Die Trance im Rahmen der seriösen Hypnose kommt aber auch heute wieder zu ihrer Geltung.

Der keltische Druide war noch ein Zwitter aus Priester und Heiler. Aus dieser Zeit, verwässert mit Elementen der "Geheimwissenschaften" des Mittelalters und der Alchemie stammt das, was heute noch als Esoterik so mancher Geschäftemacherei dient.

Der Begriff "Psyche" (= Hauch, Atem, Schmetterling) entstammt der griechischen Mythologie, es ist der Name einer Königstochter, die so schön war, daß selbst Aphrodite sie aus Neid ins Verderben schicken wollte. Das schöne Mädchen als Personifikation der Seele hat sich bis heute, auch in Unkenntnis dieses Mythos, als archaisches Bild gehalten. Kennt jemand einen bebilderten Bericht über Psychotherapie, der keine schöne junge Frau auf der Couch zeigt? Selbst Plakate von Ärzteorganisationen verwenden, wenn es um Psychotherapie geht, das Gesicht einer schönen Frau als "Aufmacher".

Bis in unsere Neuzeit war die Psychotherapie Sache von Religion und Philosopie und "ganzheitlicher" magischer Medizin. Die Medizin und Philosophie der Aufklärung hat die Seele vom Körper abgespalten, der "Geist" (wohl etwas anderes als die Seele) wurde als Instanz betrachtet, die den Menschen zum absoluten, vernünftigen Herrscher über seine Natur machen sollte. Gleichzeitig konnte der Körper zum reinen Objekt der Forschung und Reparaturmedizin werden,

In der Psychotherapie war es vor 110 Jahren Freud, welcher den Menschen diesen Grössengedanken wieder nahm, indem er nachwies, dass der Mensch eben nicht "Herr im eigenen Hause" ist. Er stellte seine Theorie von "Heilung" auf die Grundlage der Vorstellung, dass die Bewusstwerdung von bisher unbewussten "beherrschenden" Kräften eine Heilung einleiten kann. Der damals geprägte Begriff "Psychoanalyse" ist insofern historisch zu betrachten. Freud war eben auch Forscher.

Erst mit Freud (natürlich auch Jung und Adler, alles Ärzte) beginnt auf Grund der neuen Ideen und seines Talents für Organisationen die eigentliche Geschichte der heutigen Psychotherapie, die zunächst ganz auf die Tradition der "Heiler" aufbaut. Man suchte als Arzt den Weg über die Seele zur Heilung eben auch körperlicher Erkrankungen (die Lehre von der Psychosomatik), den Berufsstand des "Psychologen" gab es noch nicht. Die Geschichte der Psychoanalyse wurde zu einer "Familiengeschichte" der "Familie Psychoanalyse": Es gab Streit und Untergruppierungen, unzufriedene Verwandte und "Kinder". Eine Reihe heute bekannter Therapierichtungen sind direkte Abkömmlinge dieser Entwicklungen (z.B. die Gestalttherapie, Transaktionsanalyse, Gesprächspsychotherapie). Dabei ist die Identität der "Kernfamilie" auch über die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Grundlagen erhalten geblieben.

Die "Psychologie" hatte von Anfang an paradoxerweise mit "heilen" gar nichts am Hut. Es war eine reine Forschungsrichtung, die sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts durchsetzte, auch wenn ihre Anfänge bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, aus den damaligen philosophischen Lehren entwickelt. Die erste Hauptströmung war der Behaviorismus. Aufbauend auf den Versuchen von Pawlow untersuchte man nicht mehr “seelische” Prozesse, sondern das, was man als “Verhalten” oder Reflexe von außen beobachten konnte, was jemand so oder so “gelernt” hatte. Daraus entstand die Verhaltenstherapie, die sich zwischenzeitlich zur sog. kognitiven Verhaltenstherapie weiterentwickelt hat, sich in letzter Zeit jedoch zunehmend Gedanken der psychodynamischen Therapien zueigen macht. Insofern ist nur ein Teil der Psychologen auch zu Psychotherapeuten geworden (durch eine notwendige therapeutische Zusatzausbildung), und damit zu einer "heilenden" Grundhaltung gekommen.