Wandlungen von Liebe, Eros und Sexualität im Alter



Sehr geehrte Damen und Herren,

„Dinner for one" begleitet uns seit ca 30 Jahren im Silvesterprogramm des Fernsehens, dürfte jedem von uns vertraut sein. Nach einem langen Abend der Feier mit lauter verstorbenen Freunden, wobei der Humor sicher nicht zu kurz kommt, liegt der besondere Gag in der letzten Aufforderung von Miss Sophie an ihren Butler James: The same procedure as every year. Das Alter sieht man den beiden nicht an, wenn die Vorstellung von dem was nun kommt, ihnen aus den Augen blitzt. Vielleicht ist es dieses Schlusswort, welches das Theaterstück für uns alle so sympathisch macht. Es läßt uns erahnen, daß das eigentliche Stück erst jetzt beginnt, wo beide die Treppe emporlaufen. Wir wissen: Es kommt noch etwas. Wir ahnen es erst so richtig, mit der Bemerkung von James: Well, I´ll do my very best. Und wir empfinden es vielleicht gerade dadurch lustvoll, daß es unserer Phantasie überlassen bleibt, wie wir uns den weiteren Verlauf des Abends vorstellen.

Im Alter bleibt für beide Geschlechter das Bild des jugendlichen Partners in der Phantasie erhalten. Gleichzeitig ist es unsere Entwicklungsaufgabe, die Erotik gemeinsam in das Alter hinüberzunehmen. Die Statistiker sagen, daß Männer ihre Sexualität durchschnittlich mit 68 Jahren beenden, Frauen zwischen 60 und 65 Jahren. Aber die sexuelle Phantasie und auch Wünsche nach Zärtlichkeit bleiben bis zum Lebensende erhalten.
Was im Alter aus Liebe, Eros und Sexualität wird, ist jedoch nicht nur eine Frage der persönlichen körperlichen und seelischen Möglichkeiten, das ist schon kompliziert genug. Es ist auch eine Frage der Vorstellung der Gesellschaft, wie sich ein älterer Mensch verhalten soll und was gut für ihn ist.

Erst vor wenigen Wochen befand sich ein befreundetes Ehepaar auf einem sog. Aktivurlaub, beide knapp unter 60 Jahre alt. In einer größeren Gruppe wurde den ganzen Tag körperlich mit hoher Konzentration trainiert und bis tief in die Nächte gefeiert. Wie in früheren Zeiten setzte man sich am letzten Tag wie selbstverständlich ins Auto und fuhr 13 Stunden an einem Stück nach Hause, voller Eindrücke über das, wie man so sagt, „pralle Leben". Neugierig öffnete man in dem Stapel von Post einen Umschlag nach dem anderen. Dabei fand sich eine Einladung der örtlichen Vereine zu einem Treffen des Seniorenkreises. Es wurde zu einem harmonischen Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen geladen.....
Die aktive Liebesbeziehung mit dem Leben schien mit einem Schlag mit drohendem Zeigefinger in Frage gestellt zu werden. Eine Aufforderung lag in der Luft, sich doch endlich einem überholt geglaubten Altersbild zu unterwerfen, zum passiven Zuschauer und Teilnehmer eines von anderen gestalteten Lebens zu werden. Der Impuls, es für eine Verwechslung zu halten und gleich darüber zu lachen blieb zunächst im Hals stecken, wie eine beklemmende Vision. Das dann folgende Lachen hatte eher etwas rebellisch-galgenhumoriges an sich, eine Auflehnung gegen die Vorstellung, sich auf diese Weise vom Leben ausschließen zu lassen.

Wenn man die Diskussionen über die Entwicklungen im Gesundheitswesen und die Alarmmeldungen über die Finanzen der Rentenkassen zur Kenntnis nimmt, müßte man sich als älterer Mensch wohl bald schuldig fühlen, die Gemeinschaft mit seiner Existenz zu belasten. Der eigentliche Gipfel der Zumutung für die Gesellschaft scheint dabei aber nicht das finanzielle zu sein. Wenn sich der ältere Mensch in seiner Vitalität und Lebenslust zeigt, was ich von lustig sein unterscheiden möchte, kommen oft irritierende oder gar peinliche Gefühle auf, vor allem wenn es um eine sexuelle Lust geht. Die Psychoanalyse geht davon aus, daß die sexuelle Lust der Eltern dem Kind Angst macht, weil es sich verlassen, ausgeschlossen und durch das Geschehen überwältigt fühlt. Die Eltern werden unkontrollierbar und haben etwas, das uns selbst nicht zur Verfügung steht. Wenn sie dann älter sind, haben wir möglicherweise die Macht, uns dafür zu rächen, und das uns peinliche nicht nur in unserer Phantasie, sondern auch in der Realität zu unterbinden. Wir möchten, daß unsere Eltern sich um uns kümmern, und nicht um ihre eigenen Bedürfnisse. Wer sich von uns versorgen läßt, zB über die Rentenzahlung, dem gönnen wir vielleicht seine Lust nicht, wenn wir dafür malochen müssen. Vielleicht ist es auch so, daß wir unsere tiefe Angst, für den Partner unattraktiv zu sein, auf das Alter projizieren. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist die körperliche, vor allem erotische Unzulänglichkeit eine Quelle so starker Schamgefühle, daß ganze Industrien von dem Versprechen leben, diese Mängel zu beseitigen. Vielleicht können wir uns in jüngeren Jahren nicht vorstellen, daß der alt gewordene Körper begehrenswert sein kann, wo wir uns selbst im Moment noch dafür schämen würden.

Zur Einstimmung in das Thema bietet es sich an, verschiedene Bilder vom intimen Umgang und sexueller Ausstrahlung älterer Mennschen auf sich wirken zu lassen. Zum einen die Bilder von abgeklärtem Alter, wie wir es uns wünschen, symbolisiert im Paar der abgetragenen Schuhe und der innigen, rein zärtlichen-fürsorglichen Umarmung. Zum anderen zunächst die schon etwas erotischer wirkende Begegnung und dann die ganz offene sexuelle Situation. Fragen Sie sich, wie die Bilder auf Sie wirken.........

Theoritisch gestehen wir dem Alter sicher zärtliche Bedürfnisse zu, aber eher solche, die keinerlei Begierde mehr vermitteln.

Es ist nicht wirklich unser Thema, erschöpfend über Liebe und Eros zu sprechen. Damit wäre wohl jeder Rahmen gesprengt. Ich mache den Vorschlag, die Begriffe so weit zu vereinfachen wie es geht, um die Wandlungen über die Lebensphasen zu verstehen. Wenn wir uns zB darauf einigen können, daß sowohl Liebe, als auch Eros und Sexualität jeweils besondere Formen von Beziehung beschreiben, ist dies schon eine gute Grundlage. Ohne eine Beziehung ist keiner dieser Begriffe denkbar, außer bei manchen sexuellen Perversionen.

Ich möchte einen Eindruck ganz an den Anfang stellen, was Liebe, Eros und Sexualität im Alter von der Bedeutung in füheren Lebensphasen unterscheidet: In jüngeren Jahren scheint mir all dies überwiegend mit wirklichem sog. Lustgewinn zu tun zu haben, wie wir es alle aus der Triebtheorie kennen, wobei die Funktion der Sexualität als regulierendes Element von Beziehungen bzw Bindungen zunehmend in den Vordergrund gerät. Im Alter erscheinen mir alle diese Gefühle eher ein Weg zu sein, gegen den Verfall und letztlich den Tod anzukämpfen. Wir möchten, daß die Liebe über den Tod siegt.

Sowohl Liebe als auch Eros meinen die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen Menschen im allgemeinen, zB zwischen Eltern und Kindern oder Freunden, evtl auch zu Dingen oder Tätigkeiten. Nur die Sexualität meint ausschließlich die Begegnung auf geschlechtlicher Ebene, hier fühlt und handelt man entweder als Frau oder als Mann.

Über Liebe und Eros sind zahllose Texte geschrieben worden, die Versuche, die damit verbundenen Gefühle zu beschreiben, das erlebte in Worte zu fassen, beschäftigen Philosophen und Literaten. Und die Begriffe werden in sprachlich verwirrender Weise gebraucht. Nicht nur, daß sie an sich schon schwierig zu erfassen sind, sie werden ihrerseits mißbraucht, um sich gegenseitig zu vertreten und zu verschleiern.

Vielleicht wurde deshalb der Begriff Sexualität als relativ neu in den Sprachgebrauch aufgenommen, als Versuch, etwas zu objektivieren, was ansonsten hoch subjektiv ist. Ihn gibt es erst seit etwa 200 Jahren, als man daran ging, den Menschen als Objekt der Wissenschaft zu betrachten. Also wurde unter diesem Begriff alles zusammengefasst, was beobachtbar ist. Was wir heute unter Sexualität verstehen ist deshalb im weitesten Sinn etwas entseeltes, mechanisches, ganz auf das körperliche bezogene. Dort werden Körper vermessen, Hormonspiegel und Pulsfrequenzen registriert, die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs statistisch erfasst. Es ist die Anschauung dessen, wie Menschen und Körper mit den Mitteln der Geschlechtsorgane miteinander umgehen, ohne daß eine innere Beziehung spürbar wird, reduziert auf körperliche Entspannung oder auf die Funktion der Fortpflanzung. Die geschlechtliche Vereinigung, das Sexuelle wird dabei auf eine Ebene mit dem Verhalten der Tiere gebracht, ein drängendes Bedürfnis, das abreagiert werden muß, damit seelische Ausgeglichenheit entsteht oder die Erhaltung der Art abgesichert wird.

Seit die Natur sich entschieden hat, daß sich Lebewesen nur geschlechtlich fortpflanzen können, ist das Funktionieren der Sexualität der einzige Garant für das Überleben der Menschheit als solche. Alle anderen Triebe sichern zwar das Überleben der einzelnen Individuen, aber nicht die Fortpflanzung, also die Erhaltung der Menschheit an sich.

Eine Macht, die die Menschen mit solcher Konsequenz zusammenbringt, für die ein solcher Kraftaufwand nötig ist, man denke nur an den Aufwand für die Werbung der Partner untereinander, wird natürlich in die Ziele und Funktion anderer biologischer Systeme einbezogen. Nur für die Fortpflanzung allein kann sich die Natur ein solches System nicht leisten. Man weiß heute, daß vor allem das Bindungssystem tief mit den körperlich-sexuellen Prozessen zusammen reagiert. So entstehen Bindungen, die dann wiederum ihre eigenen Gesetze entwickeln und letztlich wiederum sogar auf die Sexualität verzichten können.

Bei Liebe und Eros ist dies geschehen. Unter Liebe wird das stärkste Form der Hinwendung zu anderen Menschen oder Dingen verstanden, ob sie sexuell ist oder nicht. Selbst die Beziehung zu Gott und umgekehrt wird mit diesem Gefühl beschrieben. Es ist ein absolutes Gefühl, weshalb es auch nicht mit einer Gradeinteilung meßbar ist. Will man der Größe oder Tiefe einer Liebe Ausdruck geben, kann man dies nur mit der Dauer benennen. Das Gefühl ist als solches absolut, kann aber unterschiedlich lange andauern. Die Steigerungsform ist nicht „am größten", sondern „am längsten andauernd", gleichbedeutend mit ewig.

Mit Liebe kann jede Hingezogenheit beschrieben werden, für unser heutiges Verständnis möchte ich jedoch als Liebe diejenige Beziehungsform bezeichnen, die sich selbst zugunsten eines anderen zurückstellt, das was die alten Griechen als „Agape" bezeichnet haben. Sie drückt die Achtung vor dem anderen aus, das erkennen seiner inneren Werte und den Schutz seiner Verletzlichkeit. Ein Gefühl, welches das gute für den anderen will, nicht für sich selbst, welches aufopfernd auch dann noch siegt, wenn der andere diese Leistung nicht erkennen oder anerkennen kann. Wer spürt, geliebt zu werden, braucht sich vor dem Tod nicht zu fürchten, denn er hat im inneren der liebenden Person oder bei Gott auf Dauer einen Platz gefunden. Als Symbol für diese Art der Liebe wurde früher der Pelikan verstanden, dem man zuschrieb, daß er sich mit seinem Schnabel selbst den Brustkorb aufreißt, um seine Jungen mit seinem Blut zu füttern. Diese Art von Liebe muß nicht mehr erobern, sie ist sich der Beziehung sicher.

Die leidenschaftliche Liebe läßt sich von der selbstlosen Liebe abgrenzen, indem man sie mit ihrem ursprünglichen Begriff als Eros bezeichnet. Im Unterschied zur Liebe gehorcht die Leidenschaft keiner Regel. In einer Beziehung, in der Eros dominiert, ist nichts sicher, sie bezieht ihre Dynamik geradezu aus der Unerreichbarkeit oder Abwesenheit des oder der Geliebten.

Das Symbol dafür ist der griechische Gott Eros, der mit seinem Pfeil die Menschen ins Herz trifft.
Das mit einem Pfeil durchbohrte Herz ist Symbol sowohl für die Leidenschaft als auch den Schmerz. Eros ist nicht umsonst Sohn der Aphrodite, der Liebsgöttin und des Kriegsgottes Ares. Aus der schmerzlichen Erkenntnis der Unvollkommenheit strebt die Seele nach Vervollkommnung durch ein ideales Liebesobjekt. Das Begehren möchte das Leiden an der eigenen Unvollständigkeit beenden. Zwischen Leiden und Hoffnung auf Erfüllung bleibt die
Sehnsucht unerfüllt, man besitzt sich niemals wirklich. Platon hat das Bild verwendet, daß Zeus den vollkommenen Menschen in Form einer Kugel in 2 Hälften geteilt hat, die jetzt unablässig danach streben, sich wieder zu vereinen. Es ist so gut wie unmöglich, einen Menschen gleichzeitig in Liebe nahe zu sein und ihn zu begehren. Das nicht-Vorhandensein des begehrten ist Grundlage des Begehrens, in der Erfüllung ist das Begehren beendet.

Liebe, Eros und Sexualität fließen in einem orgastischen Gefühl zusammen, wenn für einen kurzen Moment des Übergangs zwischen Begehren, Nähe und der nachfolgenden Entfernung, sich die getrennten Hälften wieder zu finden scheinen. Der Maler Podkowinski hat versucht, dies in einem beeindruckenden Bild darzustellen. Der Hengst sollte dabei nicht allein als Symbol für das männliche Element verstanden werden, sondern als Symbol für die eigene orgastische Potenz der Frau.

Eros ist aber nicht nur Symbol für die sexuelle Anziehung zwischen den Menschen als Mann oder Frau, sondern auch für die Beziehung zum Leben an sich. Begehren, Eroberung und Wahrnehmung der Welt als ganzes ist Voraussetzung für Lebendigkeit. Ansonsten erstirbt das Leben in Gleichförmigkeit, auch wenn wir uns diese aus dem Bedürfnis nach Sicherheit noch so sehr wünschen. Die Neugier auf und der Austausch mit der Welt stehen im Wettstreit mit dem Bedürfnis nach Sicherheit in der fürsorglichen Liebe.

Die Vorstellung darüber, was Liebe und Sexualität eigentlich ist, unterscheidet sich von einem Menschen zum andern, selbst innerhalb einer Paarbeziehung, und selbst in Paarbeziehungen, die schon Jahrzehnte andauern. Männer und Frauen verstehen grundsätzlich etwas unterschiedliches darunter. Ziemlich vereinfacht gesagt wird in bestehenden Beziehungen von den Frauen meist so argumentiert, daß die Sexualität besser funktionieren könnte, wenn der Partner sie mehr als ganzen Menschen begehren würde. Die Männer argumentieren umgekehrt. Sie meinen, sich besser in eine Beziehung einbringen zu können, wenn die Frau mehr sexuelles Interess zeigen würde. Über alle Lebensalter scheint jedoch Einigkeit darüber zu bestehen, irgendwie zusammen kommen zu wollen.

Es gibt ein Bedürfnis nach Nähe, welches das ganze Leben konstant bleibt. Was sich wandelt, ist das „Mischungsverhältnis", die sich mit den Lebensphasen verändernde Bedeutung von Liebe, Eros und Sexualität.

In der Kindheit sind wir überwiegend auf die bedingungslose fürsorgliche Liebe unserer Eltern angewiesen, Sexualität im umgangssprachlichen Sinn wirkt traumatisierend. Der Eros ist in diesem Alter jedoch wirksam, es ist die Kraft, die den Säugling bereits kurz nach der Geburt von sich aus dazu bewegt, mit der Mutter aktiven Kontakt aufzunehmen. Er ist kein passiver Empfänger von Fürsorge. Im Erwachsenenalter begegnen wir uns auf gleicher Augenhöhe, es ist das Kunststück gefragt, gleichzeitig liebende Fürsorglichkeit und Schutz zu geben, und das Begehren aneinander aufrecht zu erhalten, wobei die Sexualität vor allem in dieser Lebensphase eine verbindende Funktion hat. Weil diese Lebensphase diejenige ist, in der wir unsere Kinder bekommen und großziehen, ist die Sexualität der hauptsächliche Weg, über den sich Liebe und Eros zwischen den Partnern verwirklichen können. Freud hat in diesem Zusammenhang vom genitalen Primat in der Sexualität gesprochen. Unter diesen komplexen Bedingungen kann man nachvollziehen, daß eine gelungene erotische Begegnung als eine Art Kunstwerk gesehen werden kann.

Im Alter brauchen wir nun die Sexualität nicht mehr zur Fortpflanzung, also könnte sie wieder von anderen Wegen abgelöst werden, Liebe und Eros zu leben. Aber: Sie ist zum einen biologisch so tief verwurzelt, daß die früher erlangte allgemeine Entspannung und Beruhigung dennoch wirksam ist. Auch der Eros bleibt wirksam. Aber das Ziel des erotischen Begehrens ist im Alter weniger das andere Geschlecht, als andere Menschen im allgemeinen oder die Welt als ganzes. Ohne eine gewissermaßen erotische Beziehung zur Welt als ganzes bleiben wir depressiv in uns selbst gefangen. Im Alter hat die Sexualität noch eine weitere Bedeutung: Wir haben im Lauf unseres Lebens zur Sexualität selbst eine Beziehung gewonnen, wir haben eine persönliche Geschichte mit ihr, sie ist Teil unserer selbst geworden. Je nachdem, ob wir positive oder negative Erfahrungen gemacht haben, möchten wir etwas beibehalten oder endgültig abhaken können.

Zur Sexualität im Alter hat Freud in seinen Theorien keine Stellung bezogen, so wie überhaupt das Alter in seinen Betrachtungen praktisch ausgeklammert blieb, weil er den alten Menschen nicht mehr für entwicklungsfähig hielt. Aber auch für die heutige Psychoanalyse scheint dieses Thema noch schwierig zu sein. Es löst eher Schamgefühle als Lustgefühle aus, so wie man sich manchmal auch darüber schämen mag, überhaupt alt zu sein, nicht mehr den Vorgaben der Magazine zu entsprechen. Erst in den letzten Jahren gibt es sowohl in der Fotografie als auch im Film ernsthafte und sehr menschliche Annäherungen an dieses Thema. Die Psychoanalyse beschäftigt sich ungefähr seit 20-30 Jahren, aber nur sehr zögerlich damit. Im Alltag, wenn es überhaupt eine Rolle spielt, findet Spott und Entwertung statt, ein willkommener Anlaß, Witze zu machen, die evtl dabei entstehenden unangenehmen Gefühle auf diese Weise los zu werden. Vor allem dann, wenn das Alter nicht unter sich bleibt, sondern ein Altersunterschied der Partner unsere Irritation verstärkt.

Versuchen wir aber, uns diesem Thema von einer ernsthafteren Seite anzunähern. Das Alter wird, was die Lebensvitalität und Interessen angeht, in der Regel von der Jugend unterschätzt. Es ist nicht die Zeit, wo die Wünsche und die Fähigkeiten aufhören, sondern wo die Diskrepanz zwischen den Wünschen, und den äußeren Gelegenheiten, diese Wünsche zu verwirklichen immer größer wird.

Um den Umgang mit Sexualität im Alter zu besprechen, möchte ich nochmal zusammenfassen, welche Funktionen diese in Beziehungen überhaupt einnimmt,

-Befriedigung des biologischen Triebes und
-Fortpflanzung als die bekanntesten Funktionen

Aber auch:

-körperliche Entspannung, Aggressionsabbau, Angstlösung

-Schaffen und Aufrechterhalten von persönlichen Bindungen

-Selbstwertbestätigung; Selbstwertregulation (ich bin attraktiv für den anderen)
Ich werde begehrt, kann im anderen eine Reaktion hervorrufen und kann etwas geben

-Bewahrung einer gemeinsamen Paargeschichte


Vor allem die körperliche und seelische Beruhigung scheint etwas zu sein, das über die biologischen Voraussetzungen lebenslang über die Sexualorgane möglich ist. In Zeiten hoher seelischer Anspannung kann diese Möglichkeit aktiviert werden. In südlichen Ländern ist es durchaus üblich, daß kleine Jungen, wenn sie Angst oder Schmerzen haben, zB von ihren Vätern durch Massagen des Penis beruhigt werden. Dies als sexuelle Handlung in unserem Sinn zu sehen, wäre natürlich Unsinn. Auch die sog Selbstbefriedigung bei Kindern ist sicher eher ein Versuch, unerträgliche seelische Spannung zu regulieren, hat mit sexueller Lust relativ wenig zu tun. Ebenso die zwanghafte Selbstbefriedigung des Erwachsenen, welche die Funktion haben kann, eine eine tiefe Verzweiflung zum Schweigen zu bringen, Hinweis auf eine Depression sein kann. Nicht alles was sexuell aussieht, hat auch mit Sexualität zu tun, auch zB die meisten sexuellen Übergriffe in Form von Vergewaltigungen. Dort ist es eher eine Frage von Macht oder narzißtischer anstatt sexueller Befriedigung. Wie bereits gesagt: Ein so mächtiges System wie das sexuelle wird nicht nur von einem Nutzer in seine Dienste gestellt.

Auch im Alter bleibe diese Wirkungen über das sexuelle Organsystem erhalten. In Alten- und Pflegeheimen, die offiziell zB Sexfilme im Fernsehen anbieten, und damit auch die Möglichkeit zur Selbstbefriedigung sanktioniert ist, werden erheblich weniger Beruhigungsmittel gebraucht, vor allem für die dementen Patienten. Dieser beruhigende biologische Effekt unterscheidet sich von einem anderen Effekt, der ebenfalls in Altersheimen beobachtet wurde. In Heimen, die den gegenseitigen Besuch von Bewohnern auf ihren Zimmern unterstützen, werden die Menschen im Durchschnitt 7 Jahre älter als in Heimen, wo solche Besuche geächtet werden. Es muß etwas geben, wofür es sich zu leben lohnt.

Damit beantwortet sich die Frage, ob Sexualität im Alter grundsätzlich Bedeutung hat. Kommt also ein Mensch in das Alter, vor allem die Frauen ab den Wechseljahren, stellt sich für den weiteren Umgang mit der Sexualität die entscheidende Frage, ob genitale Sexualität weiterhin stattfinden soll oder nicht. Kirche und Gesellschaft stehen der Angelegenheit ablehnend bis skeptisch oder zynisch gegenüber. Menschen, die noch nie ein großes Bedürfnis danach hatten, oder solche, die eben keine positive Erfahrung gemacht haben, und solche, die in ihrer Partnerschaft andere Wege der Bindung bevorzugen, sollten sich möglicherweise wirklich endgültig von etwas verabschieden, was ihnen schon immer problematisch war. Zusammen zu kochen und zu essen, sich gesellschaftlich zu engagieren, über Kunst und Literatur zu streiten, oder gemeinsam fremde Länder zu sehen, kann durchaus befriedigende Beziehung schaffen. Es gibt ja auch viele familiäre Aufgaben. Viele Paare sind damit glücklich und zufrieden. Es ist gut so, wenn sich beide Partner darin einig sind. Sexuelle Abstinenz kann sowohl ein Reifungsschritt sein als auch ein von außen auferlegter Verlust.

Selbst für Paare, die in hohem Alter noch Geschlechtsverkehr haben, hängt die Zufriedenheit mit der Partnerschaft nicht mehr davon ab, wie regelmäßig dieser stattfindet, sondern von der empfundenen Sicherheit, Fürsorge, und vor allem von der Möglichkeit zum allgemeinen Gedankenaustausch und Offenheit. Allgemeine Zärtlichkeit ist im Alter das eigentlich gefragte. Sich mit Sexualität im weitesten Sinn zu befassen, bleibt aber auch für die Paare interessant, die mit der genitalen Sexualität abschließen wollen, weil der Eros als solcher auch in diesen Beziehungen unverzichtbar ist, um Lebendigkeit aufrecht zu erhalten. Ihm müssen aber nun andere Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, wirksam zu werden.

Sie merken vielleicht, daß ich immer wieder von „genitaler Sexualität" rede. An dieser Stelle erscheint es mir wichtig, nochmal auf Freud zurückzukommen, auf seine Auffassung von Sexualität, die eben sehr viel weiter gefasst war, und deshalb heute oft so falsch verstanden wird. In seinem Sinn ist Sexualität eher eine allgemeine Lebensenergie, ein Drang der seine Quelle im Körper hat, die sich seelisch im Trieb zur sexuellen Befriedigung äußert. So etwas wie der Eros. Was von Freud Sexualität genannt wurde, müssten wir heute als Eros bezeichnen, was wir heute als Sexualität bezeichnen hieß bei Freud genitales Primat. Bei Freud ist das primäre Ziel dieses Triebes noch die Befriedigung der Triebspannung, die als biologische Energie im Körper entsteht, das sog Objekt ist zwar notwendig, aber sekundär, quasi nur als ein Mittel zum Zweck der Abfuhr dieser Energie. Je nach Entwicklungsstufe werden zur Kontaktaufnahme dazu die Körperregionen benutzt, die für die Beziehung im Moment die führende Rolle spielen. Und auch die Befriedigung findet über diese sog erogenen Zonen statt. In der Phase des Säuglings zB den Mund und die Haut, in der Phase der Autonomieentwicklung und Sauberkeitserziehung über die Analregion. Zwischenzeitlich ist man von diesem einfachen Modell etwas abgekommen, das in seinem Kern dennoch stimmig erscheint. Der Aspekt von Beziehung, Bindung und Kommunikation ist heute in der Theorie in den Vordergrund gerückt. Diese Bindungen durchlaufen im Leben eines Menschen quasi ein eigenes „Schicksal". Auch der Trieb durchläuft eine Art Schicksal, je nachdem, auf welche inneren und äußeren Umstände die Bemühungen um seine Befriedigung treffen. Teil dieses Schicksals ist, daß der Trieb je nach Art der gerade existierenden Beziehung eben nicht nur wie im geschlechtsreifen Erwachsenenalter mit den Mitteln des Geschlechts gelebt wird, sondern über andere sog. erogenen Körperzonen befriedigt werden kann. Die im Laufe des Lebens gesammelten Erfahrungen mit den verschiedenen erogenen Zonen bleiben tief im seelischen und körperlichen Gedächtnis, werden auch in die genitale Sexualität immer mit einbezogen, und können ihre alten Funktionen jederzeit wieder wahrnehmen.

In der Karikatur über die erogenen Zonen, die den Unterschied zwischen Frau und Mann humorig aufgreift, fehlen allerdings einige davon. Wenigstens die Augen und Ohren, also das Sehen, unsere voyeuristische Neigung und die Ohren hätten mit dabei sein müssen. Die Stimme eines Menschen allein kann Erotik pur sein. So wie es wohl von den ersten Lebenstagen an die Stimme der Mutter für den Säugling ist.

Wenn wir von genitaler Sexualität reden, dann müssen wir auch über das Körperorgan reden, auf welches alle Welt die Sexualität zu reduzieren scheint. Die allermeisten Veröffentlichungen zu diesem Thema vermitteln, daß das einzige Problem der Sexualität die Impotenz des Mannes sei. Alles könne dadurch in Ordnung gebracht werden, daß der Penis wieder seinen Mann steht, um ihn und sie glücklich zu machen. Wenn wir über die Sexualität im Alter reden, dann muß die Wichtigkeit des Penis in der allgemeinen Diskusssion aufgegriffen werden, wenn auch auf andere Weise, wie es uns die Pharmaindustrie vormachen möchte.

Eines der größten Probleme für den Umgang mit Sexualität im Alter ist, daß wir überrascht werden von körperlichen Veränderungen, die zwangsläufig auch die Sexualität verändern. Diese Veränderungen werden unter Umständen als krankhaft erlebt und sind schambesetzt. Ein Paar, das sich gelungene Sexualität erhalten möchte, muß darüber reden können. Ohne den Austausch ist keine gemeinsame Entwicklung möglich. Und diese Entwicklung sollte gleichzeitig als Entwicklungsaufgabe für das Alter verstanden werden. Beide Partner müssen über die zu erwartenden Veränderungen der Körperfunktionen informiert sein, damit keine destruktiven Phantasien entstehen.

Was sich im Alter verändert ist nicht nur die Fähigkeit zur Erektion des Penis.

Die Statistik über Erektionsstörungen scheint zwar im ersten Moment beeindruckend, aber wenn man sie umgekehrt liet, heißt dies genauso beeindruckend, daß mit über 70 Jahren ca 40% der Männer noch keine Erektionsschwäche beklagt. Und eine Umfrage unter 80-100jährigen Männern und Frauen zeigt, daß 25% noch einen festen Sexualpartner haben. Für die Sexualität gilt eben dasselbe, wie für alle anderen Persönlichkeits- und Körpermerkmale im Alter. Je höher das Alter wird, in dem ich Menschen miteinander vergleiche, um so höher wird gleichzeitig die Variationsbreite dessen, was gelebt werden will und gelebt werden kann.
Neben der nachlassenden Stärke der Erektion ist es beim Mann vor allem die Verlängerung der sog. Refraktärphase, über die beide Partner informiert sein sollten.

Die körperliche Realität dieser Veränderungen ist das eine, aber viel größere Auswirkungen auf die gelebte Sexualität hat vermutlich die Phantasie, die sich die betroffenen im Zusammenhang mit diesen Veränderungen machen. Mit der Frage nach der ubw Phantasie bewegen wir uns auf einem ganz zentralen Feld psychoanalytischer Arbeit. Die Phantasie gibt einem körperlichen Prozeß seelische Bedeutung, und darüber ist noch viel schwieriger innerhalb einer Beziehung zu kommunizieren. Selbst wenn uns diese Phantasien bewußt sind, behalten wir sie meist für uns, denn sie sind oft mit großer Scham verbunden. Und wenn nicht darüber gesprochen werden kann, entsteht ein großes Risiko. Der einzelne ist darauf angewiesen, sich wiederum eine Phantasie über die innere Realität seines Partners machen. Und das fatale ist: Ohne dies zu registrieren wird die Phantasie über die Phantasie als Realität erlebt. Dh wir handeln in unserer Partnerschaft so, als ob kein Zweifel an der Wahrheit unserer Gedanken möglich wäre. Allein den Gedanken denken zu können, daß es vielleicht auch anders sein könnte, ist der entscheidenste Fortschritt.

Der Paartherapeut Willi sagt dazu, daß der gemeinsame Weg eines Paares immer nur auf der Basis des neuesten Irrtums voneinander begangen wird. Damit soll nicht gesagt sein, daß die Partner sich gegenseitig gar nicht kennen würden oder sich nicht bemühen, aber sie laufen eben der Wahrheit immer hinterher.

Welche Phantasien können nun damit verbunden sein, wenn die eigene Potenz oder das Interesse des Partners nachlassen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Information, daß ein Rückzug aus einer bis dahin als intakt empfundenen Partnerschaft meist als Angriff bzw Vorwurf verstanden wird. Wenn es so ist, daß mit dem Auhören der genitalen Sexualität bei den meisten Paaren gleichzeitig auch jede andere körperliche Zärtlichkeit aufhört, ist dies nicht mit einem fehlenden Bedürfnis zu erklären, sondern nur mit unguten Phantasien darüber, was bei einer körperlichen Annäherung passieren würde.

Solche Phantasien im Zusammenhang mit nachlassender Potenz mögen dabei sein:

Er/Sie findet mich nicht mehr attraktiv, evtl abstoßend, will mich nicht mehr
Ich bin nicht mehr in der Lage, den Partner/die Partnerin zu befriedigen
Er/sie hat eine jüngere
Er/ sie ist krank und ich muß Ihn/Sie schonen
Wenn ich mich körperlich annähere, dann denkt der Partner ich will Sex, also lasse ich es bleiben

Fatal ist die häufig vorkommende Haltung bzw inneres Ideal über Sexualität, daß diese spontan, dh sprachfrei erfolgen muß. In dieser Haltung können die genannten Phantasien nicht korrigiert werden. Dahinter steckt nach meiner Erfahrung oft entweder eine Angst, durch Worte gewissermaßen den Zauber der Situation zu zerstören oder bei konflikthafter Einstellung zur Sexualität eine Art Ungeschehenmachen des Sexuellen Ereignisses. Was nicht in Worte gefasst wird, existiert nicht.

Die beiden größten Sorgen bezüglich der Sexualität in höherem Alter sind beim Mann die Impotenz, bei der Frau, auf Grund des alten Körpers nicht mehr geliebt zu sein.

Auch bei der Impotenz ist die körperliche Tatsache das eine und die Frage der inneren Bedeutung eine andere. Das wahre Problem steckt nicht in der Bedeutung des körperlichen, sondern in der Bewertung durch die Seele und in der Phantasie, was dies für den Partner bedeutet. Auch der Penis selbst ist eben nicht nur ein Organ, sondern er bedeutet etwas, ist ein Symbol.

Um zu verstehen, was in einem Mann geschieht, der Impotenz erlebt, ist es hilfreich, wieder auf Freud zurückzugreifen, der die Hypothese aufgestellt hat, daß schon der kleine Junge in seiner geschlechtlichen Identitätsfindung mit seinem Penis identifiziert ist. Es ist das Organ, an dem man ihn als Junge erkennen kann, und wenn er weg wäre, wäre er ein Mädchen. Ubw bleibt diese Gleichsetzung des Penis mit der Person als ganzes auch im Erwachsenenalter wirksam. Mädchen gehen dabei einen anderen Weg, es gibt zunächst kein sichtbares Organ, auf das sie sich zur Erkennung ihrer Weiblichkeit berufen könnten. Als „Träger" gewissermaßen des einzig für den Geschlechtsverkehr sichtbaren Organs fühlt sich der Mann als Erwachsener auch weitgehend allein für die Befriedigung der Frau verantwortlich. Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung, Männer würden nur an ihre eigene Triebbefriedigung denken, habe ich in Therapien eigentlich nur Männer kennengelernt, denen es sogar unter Zurückstellung eigener Befriedigung ein Anliegen war, daß ihre Partnerin zufrieden ist.

Sowohl diese Identifikation des Penis mit der ganzen Person, als auch die sich daraus ergebende Leistungsverantwortung macht 2 Dinge verständlich, zum einen, warum Männer so auf ihren Penis fixiert sind, und zum anderen, warum ein Mann, wenn die Erektion nicht mehr klappt, sich in seinem Wert als ganzer Mensch zerstört fühlt. Nicht das Organ versagt seinen Dienst, sondern er selbst ist der Versager. Deshalb ist die männliche Phantasie des Riesenphallus eine Größenphantasie im Sinne eines idealen Mannes.

Aber auch für die Frau hat der Penis eine hohe symbolische Bedeutung. Es ist auch für sie nicht einfach ein Organ, das zu ihrer körperlichen Befriedigung beiträgt. Der Penis ist sehr häufig ein Symbol für die eigene Attraktivität als Frau, selbst wenn ihr der eigentliche Sexualakt keine Befriedigung geben sollte. Der Penis ist, wenn er nicht auf Grund von negativen frühen Erfahrungen als Waffe bzw Bedrohung empfunden wird, gewissermaßen ein Spiegel für ihre Attraktivität als Frau. Reagiert er auf ihre Verführung nicht mit einer Erektion, so kann sie sich unattraktiv fühlen, entwertet oder einen Verlust ihrer Verführungskraft vermuten.

Es geht letztlich sowohl für den Mann als auch für die Frau darum als Mensch wirksam zu sein. Nichts bewirken zu können ist eines der schlimmesten Gefühle. Der Mann erlebt seinen Penis über die längste Zeit seines Lebens als das wirksame Körperteil. Die Frau erlebt ihren ganzen Körper als das wirksame Element. Beide, wenn auch der Mann ein bißchen mehr, müssen im Alter andere Instrumente lernen, mit denen sie den Eros zum Erwachen bringen.

Für den Umgang mit Sexualität, vor allem im Alter, ist es sehr wichtig, die sog. Penetration nicht als den wesentlichen Aspekt zu betrachten, sondern auch die Kommunikation über andere sog. erogene Zonen als Sexualität zu verstehen.

Dazu ein Hinweis an die Männer, die meist dem Irrtum unterliegen, eine Frau sei nur durch eine möglichst gewaltige und lange Erektion zu befriedigen. Das Ideal des Mannes scheint nicht unbedingt auch das der Frau zu sein. Es sollte auf jeden Fall allen Männern mit diesem Männlichkeitsideal zu denken geben, daß lesbische Frauen, bei denen die Penetration ja nicht unbedingt zum sog. Standardrepertoire gehört, in einem sehr viel höheren Prozentsatz zum Orgasmus kommen, als heterosexuelle Frauen. Hier erscheint mir das eingangs erwähnte wissenschaftliche Beobachten und Auszählen ausnahmsweise hifreich, einen Irrtum zu korrigieren.

Die Symbolik des Penis als Waffe, wie sie von vielen Frauen erlebt wird, vor allem wenn eine Mißbrauchserfahrung vorliegt, wollen wir heute nicht ausführen. Mit Phantasien darüber, warum der Penis nun erigiert ist oder nicht, beschäftigen sich auf jeden Fall beide Geschlechter. Für beide Geschlechter hat es eine tiefe, oft ubw Bedeutung. Dort, wo die Frau eine Erektion als Angriff empfindet, kann es für sie zB höchste Befriedigung sein, ihre Macht dadurch zu beweisen, daß sie ihren Partner impotent machen kann.

Die Theorie der männlichen und weiblichen Geschlechtsidentität umfasst natürlich sehr viel mehr Aspekte, kann in diesem Rahmen nicht abgehandelt werden. Mir war es wichtig, den Aspekt der Erektion bzw Impotenz hervorzuheben, weil alle Welt incl jedes Zeitschriftenjournals es so darstellt, als ob die Beseitigung der männlichen Impotenz die Sexualität im Alter automatisch glücklich machen würde. Ein Wort über Viagra und verwandte Wundermittel ist an dieser Stelle an der Reihe.

Bezeichnenderweise sind es eher die Männer, die für den Einsatz dieser Substanzen plädieren. Die Frauen stehen dem ganzen eher kritisch gegenüber, obwohl die Industrie durchaus verspricht, daß auch Frauen durch Viagra eine Verbesserung ihrer sexuelle Reaktionsfähigkeit erreichen können, ob es nun vom Partner eingenommen wird oder von ihnen selbst. Man darf eben nicht übersehen, daß es bei der Potenz um mehr als eine körperliche Fähigkeit geht. Ob ein Mann potent ist oder nicht, bedeutet für die Beziehung nicht nur, ob die sexuelle Beziehung funktioniert, die funktioniert ja oft auch nicht wenn er potent ist, sondern es kann damit ebenso die Frage der Macht, Aufwertung oder Entwertung reguliert werden. Schwächelt ein Mann in dieser Hinsicht, kann die Frau damit fürsorglich umgehen, wenn sie mit ihren eigenen Ängsten in diesem Zusammenhang umgehen kann, sie kann es aber auch verwenden, um ihn zu demütigen.

Steht nun in einer Beziehung die Frage an, ob eines dieser modernen Medikamente eingesetzt wird, beginnen bei beiden Partnern eine Reihe von Phantasien, die oft ubw bleiben, aber die Entscheidung bestimmen, oder aber aus Scham- und Schuldgefühlen nicht ausgsprochen werden. Der wichtigste Vorgang in diesem Zusammenhang ist nicht der Griff nach dem Rezeptblock, wenn der Anwendung medizinisch nichts im Wege steht, sondern die gegenseitige Frage: Was denkst Du, was passiert, wenn wir (nicht nur ich als Mann) auf dieses Hilfsmittel zurückgreifen, gegen das rein rational eigentlich nichts spricht, denn wir nehmen auch sonst Medikamente, um uns zu helfen. .

Vielleicht sollten wir einmal in Gedanken durchspielen, was insgeheim in den Phantasien ablaufen könnte.

Für den Mann

Ich bin kein Versager mehr, kein Schlappschwanz mehr- ich bin wider ein Mann-Ich bin als Partner wieder etwas wert-Ich kann meiner Partnerin sexuell wieder gerecht werden- ich bin noch nicht ganz alt

Für die Frau

Soll er es halt nehmen, wenn es ihn zufrieden macht-Was, wenn der jetzt jeden Tag Sex will- Ich bin doch froh, daß es aufgehört hat- Was wenn er sich übernimmt, es körperlich nicht verkraftet, und mir im Bett stirbt- Wenn das Medikament die Erektion macht und nicht mehr meine Attraktivität, dann bin ich vielleicht nicht mehr als Frau gemeint, sondern ich werde nur noch zum sexuellen Mülleimer für den Trieb.


Wir sehen also, daß sich für die Frau eher Ängste entwickeln, während für den Mann eher Hoffnungen verbunden sind. Der Mann ist vielleicht sogar eher als die Frau bereit, das Risiko des sog. Liebestodes in Kauf zu nehmen, auch wenn er uU. ähnliches befürchten mag. Er könnte sich vielleicht kein schöneres Ende vorstellen, während sie befürchtet, mit Schuld zurückzubleiben.

Statistisch können an dieser Stelle sowohl Frauen als Männer beruhigt werden. Der sog Liebestod spielt in der Realität keine besondere Rolle. Er ist so selten oder häufig, wie bei anderen, unspektakuläreren Gelegenheiten. Eine gewisse Häufung gibt es nur im Zusammenhang mit dem Fremdgehen. Wenn ältere Männer dies unter hohem Schuldgefühlen tun, dann ist es diese Belastung, die manchmal nicht überlebt wird. In diesem Fall werden die Frauen es als gerechte Strafe verstehen. Selbst nach einem Herzinfarkt ist das Risko füe einen erneuten Infarkt nicht größer als durch andere Alltagsbelastungen. Wer eine Treppe laufen kann, der kann auch mit seiner Frau schlafen.

Ich hatte es am Anfang schon angedeutet, wie sehr Liebe, Eros und Sexualität mit dem Tod zusammenhängen. Und ich finde daß im Alter, wenn diese Thematik grundlegend drängender wird, darüber nachgedacht werden sollte. Tod und Liebe nehmen dabei eine zugleich beängstigende als auch hoffnungsvolle Rolle ein. Der Orgasmus wird von Philosophie und Poesie immer wieder mit dem Zusatz „kleiner Tod" versehen, womit nicht ein realer körperlicher Tod gemeint ist.

Damit ist gemeint, daß darin das Begehren, was uns lebendig hält, beendet ist. Wenn wir am Ziel sind, ist der Weg zu ende. Wir können dabei das Bewußtsein verlieren, vergessen uns selbst und die Welt. Der Auflösung des Selbst wird dabei das Attribut kleiner Tod verliehen, möglicherweise aber auch der Tatsache, daß in der Verschmelzung mit dem Partner auch dessen seelische Identität für einen umschriebenen Zeitraum verloren geht, wir dem Partner damit innerseelisch für einen kurzen Moment seine Existenz als eigenständiger Mensch nehmen. Die Philosophen verstehen es so, daß wir uns dabei nicht nur gegenseitig in diesen kleinen Tod hineinführen, sondern uns gegenseitig wieder bei der Auferstehung helfen. Das gegenüber ist sowohl unser gleichgesinnter Begleiter auf diesem Weg, als auch der Halt, in dessen Gegenwart wir diesen Weg riskieren können.

Und wir müssen uns bewußt machen, das sowohl Liebe als auch Eros und die Sexualität die stärksten Kräfte sind, die gegen den realen Tod gerichtet werden können. Die Sexualität als die ursprünglichste und körperlichste Kraft ist diejenige, die das Weiterleben der Menschheit als solche garantiert. Etwas poetisch in ein Bild gefasst, daß jedes sexuelle Begehren der Schrei eines ungeborenen Kindes nach Leben ist. Der Eros ist die Kraft, die uns Beziehungen aufnehmen läßt, sowohl zu anderen Menschen, aber auch zur Welt als ganzes. Er ist gegen das Gefangensein in uns selbst gerichtet. Er ist es der uns das Gefühl gibt, im Austausch mit anderen zu leben, mit allen Sehnsüchten und Schmerzen, die das Leben ausmachen. Die Liebe im selbstlosen und christlichen Sinn ist, wie bereits anfangs gesagt, gegen den Tod gerichtet, indem sie uns einen Platz in der Seele der anderen gibt, oder eben bei Gott. Einen Platz, der den Tod überdauern kann.

Auch wenn im Alter der genitale Aspekt der Sexualität nicht freiwillig aufgegeben, sondern zB durch eine Krankheit die Aufgabe erzwungen wird, evtl. auch der Geschlechtsorgane selbt, dann ist dies u.U. sogar ein Grund mehr, die gegen den Tod gerichteten Kräfte zu nutzen. Wie bereits gesagt, ist der genitale Kontakt im Sinne einer Penetration nicht erforderlich, das braucht es wirklich nur für die Fortpflanzung.

Wenn die Seelen über den Körper und die Körper miteinander kommunizieren braucht es in diesem Sinn eine andere Sprache der Zärtlichkeit. Der Begriff „Sprache der Zärtlichkeit" weist direkt darauf hin, daß die Sprache selbst Nachfolger des genitalen Primats sein kann. Die Worte selbst können schmeicheln und sinnlich anregen, man kann sich ihrem Sinn sowohl öffnen, als auch damit in die Seele des anderen eindringen, man kann den anderen damit zu phantastischen emotionalen Reisen verführen oder ihn zu Ruhe und Entspannung bringen. Voraussetzung ist allerdings, daß man über sich selbst reden und den anderen wirklich meinen kann. Dies geschieht nicht, wenn sich die Kommunikation um die Probleme des Alltags bewegt.

Wenn es gelingt, verbal zu kommunizieren, daß aus der Berührung der Geschlechtsorgane kein Geschlechtsverkehr folgen soll, dann kann auch diese Berührung an Stelle der direkten genitalen Kommunikation treten. Warum soll nicht alles das, was in der Jugend unter dem Thema Petting unter moralischen Gesichtspunkten lustvoll ist, im Alter unter dem Gesichtspunkt der anderen Sprache der Zärtlichkeit ebenso gut sein.

Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmal wiederholen, daß die Zufriedenheit mit einer Beziehung im Alter nicht an die Ausführung von genitaler Sexualität gekoppelt ist, selbst wenn diese regelmäßig stattfindet, sondern an die Fähigkeit der Partner, darüber zu reden.

Bisher sieht es vielleicht so aus, als ob ich nur über Liebe, Eros und Sexualität innerhalb einer Paarbeziehung gesprochen hätte. Das ist nicht ganz richtig, denn ganz grundsätzlich gilt dies natürlich auch für Menschen, die ohne einen Partner allein leben. Da man sagt, das Alter sei weiblich, sind dies überwiegend Frauen. Über 65 Jahren sind 75% der Männer verheiratet, aber nur 28% der Frauen, von den Männern leben nur 25% allein, aber 72% der Frauen. An dieser Stelle wird eine ganz unterschiedliche Entwicklung der Geschlechter im Alter deutlich. Die Mehrzahl der Männer, die zB ihre Partnerin verloren haben, möchte wieder heiraten. Die Mehrzahl der Frauen möchte allein leben.

Männer behalten im großen und ganzen also ihre Grundeinstellung zur Partnerschaft bei, während Frauen ihre Autonomie entwickeln, was sich auch dadurch zeigt, daß späte Scheidungen nach langjährigen Ehen überwiegend von den Frauen ausgehen. Wir müssen also, wenn es um Sexualität imAlter geht, neben der bisher überwiegenden Paarbeziehung die Frage nach der Sexualität von Singles im Alter stellen. Wie also sieht diese aus? Da Frauen, wenn sie Sexualität nicht grundsätzlich ablehnen, mit zunehmendem Alter eher zunehmende erotische Bedürfnisse haben, während es bei den Männern eher umgekehrt ist, gibt es schon in intakten Partnerschaften ein Mißverhältnis zwischen Wünschen und Realität. Das heißt, daß die alleinstehende ältere Frau im Grund kein Problem mehr mit der Sexualität hat, sie kann sich frei entscheiden, ob sie will oder nicht. Ihr Problem ist ein soziales Problem, denn für das, was sie will und könnte, findet sie nur schwer einen Partner. Sie möchte Freiheit, und möglicherweise gleichzeitig einen Sexualpartner. Dies ist nicht gerade einfach, weil sie an diesen Partner ja auch bestimmte Ansprüche hätte.

Über die Nöte vieler allein stehender Frauen aber auch Männer ist wenig bekannt. Selbstbefriedigung ist für etwa die Hälfte der Männer und jede 7-8. Frau eine, wenn auch oft Schuld- und schambelastete Möglichkeit. Für Männer finden sich im Inernet spezielle Vermittlungsagenturen für Damen, die wenn man es so sagen kann, auch bereit sind, mit älteren zu arbeiten, auch mal in ein Pflegeheim zu kommen. Frauen machen sich chic, beschränken sich aber meist auf das Flirten, durchaus auch mit jüngeren Männern. In Altenheimen wird oft die beste Garderobe und der gesamte Charme aufgeboten, wenn der Hausarzt seinen regelmäßigen Besuch macht. Männer machen den Krankenschwestern eindeutige Angebote und Heiratsanträge. Ein großer Teil der Frauen (mehr als jede 3.) liest erotische Literatur oder sieht entsprechende Filme. Bei den Männern tun dies über die Hälfte. Beide Geschlechter leben in erotischen Erinnerungen und Phantasien, und in den Nächten gibt es erotische Träume. Noch die Mehrzahl der 80 bis 100-jährigen sind stark an körperlichen Zärtlichkeiten ohne Geschlechtsverkehr interessiert.

Eine wichtige Information über die Sexualität im Zusammenhang mit Demenz gehört auf jeden Fall an diese Stelle. Der angemessene soziale Umgang mit sexuellen Bedürfnissen ist eine im Laufe der Entwicklung mühsam erworbene Fähigkeit. Lassen nun die Fähigkeiten des Menschen im Rahmen einer Demenzentwicklung nach, das Verlangen zu kontrollieren, so können auch die sexuellen Impulse nicht mehr kontrolliert werden. Da kann es schon passieren, daß wie in einem Pflegeheim beschrieben die an Alzheimer erkrankte Frau einen erotischen Tanz auf dem Tisch zwischen den Resten des Abensessens aufführt, der mit tobendem Beifall belohnt wird. Meist sind es aber die Männer, denen die Entgleisung zum sog. Lustgreis geschieht. Oft tritt in den Anfangsstadien einer Demenz eine gesteigerte sexuelle Aktivität auf, vor allem bei den Formen der Demenz, die durch Gefäßerkrankungen entstehen. Im Umgang damit ist es sehr wichtig, sich über die Tatsache bewußt zu sein, daß es sich um eine Erkrankung handelt, an die man nicht die normalen moralischen Maßstäbe legen kann. Letztlich kann die schwierige Entscheidung, ob es sich zB bei sexuellen Übergriffen alter Männer um einen zu bestrafenden Tatbestand oder um Schuldunfähigkeit handelt, nur vom Psychiater getroffen werden. Auch die Paarbeziehungen können zusätzlich zu allen bekannten Belastungen erheblich durch die Veränderungen der Sexualität belastet werden. Die Schwierigkeit liegt darin, daß sowohl enge Bezugspersonen als auch die Umwelt ein Verhalten, für das der andere wirklich nichts kann, genau so erleben, als hätte der betreffende diese Handlung als völlig gesunder begangen. Es können dabei ganze Menschenbilder und Lebensgeschichten zerstört werden. Es kommt wiederum alles darauf an, was uns ein Ereignis bedeutet. Und wenn wir es besser deuten können, können wir angemessener damit umgehen.


Das sexuelle Bedürfnis hört auch im Altenheim oder Pflegeheim nicht auf oder auch nicht im Krankenhaus, womit die normale Alltagsmoral dies überhaupt nicht in Verbindung bringt. Sexualität und Nacktheit zB gehören naturgegeben sehr eng zusammen. Wenn ein alter Mensch in eine Situation gerät, in der er aus medizinischen und pflegerischen Gründen nackt ist, dann wird er für die behandelnden Personen ein neutrales Objekt, während er selbst damit eine sexuelle Situation verbindet. Und auch dort kommt alles darauf an, was es dem einzelnen bedeutet. Es kann eine Situation sein, in der massiv Scham empfunden wird, oder in der alte, evtl verwirrte Frauen einen sexuellen Übergriff erleben. Aber auch das genaue Gegenteil kann passieren, daß eine fürsorgliche Pflegemaßnahme wie eine Einreibung als sexuelles Angebot aufgefaßt wird. Wenn die entsprechende Pflegeperson über diese Schwierigkeiten nicht informiert ist, kann sie mit Sicherheit viele starke emotionale Reaktionen alter Menschen nicht verstehen.

Als Fazit möchte ich nochmals in den Raum stellen, daß wir gut beraten sind, sowohl die Liebe, als auch Eros und Sexualität grundsätzlich als Kräfte zu sehen, die uns helfen, den Tod, oder wenigstens die Angst vor dem Tod zu überwinden, und zwar bis zum letzten Tag.

Das Fehlen der Zärtlichkeit ist nicht einfach nur ein Fehlen von etwas wichtigem, sondern es führt dazu, daß dieses Fehlende sich zerstörerisch auf die ganze Beziehung auswirkt, weil eben Liebe, Eros und Sexualität auch gegen den Tod der Beziehung gerichtet sind. Wir haben schon darüber gesprochen, daß Eros und Sexualität verschwinden, wenn die Bindung und das aufeinander Angewiesensein zu eng werden. Es verschwindet damit aber auch die Möglichkeit, sich aus einer aggressiven Spirale zu befreien, die aus einem zu engen aufeinander angewiesen sein entsteht. Das Wissen, vom anderen abhängig zu sein, mit ihm allein zurecht kommen zu müssen und für ihn da sein zu müssen, ist etwas anderes, als all dies von innen heraus zu wollen. Es zerstört die Liebe, die ganz am Ende im Sinne einer fürsorglichen Nähe die Beziehung bestimmen könnte. Es führt dazu, daß wir darauf warten, durch den Tod des Partners von ihm erlöst zu werden, um dann evtl allein nochmals wirklich leben zu können.

Um dieser Gefangenschaft entgegentreten zu können, ist es für alternde Paare und Singles das wichtigste, soziale Bindungen nach außen nicht zu vernachlässigen.

James und Mrs Sofie in „Dinner for One" kann dies so nicht passieren. Sie sind sich offensichtlich durch die weit genug voneinander entfernt, um die Annäherung als erotisches und nicht als destruktives Erlebnis zu sehen. Die Tatsache, daß er die Treppe mit nach oben geht, ist vermutlich die Voraussetzung dafür, daß es im nächsten Jahr wieder ähnlich erheiternd zugeht. Egal welche Art von Zärtlichkeit sich unsere Phantasie ausdenkt, wenn der Szenenvorhang fällt.

Der Umgang mit Sexualität ist schon in Jugend- und Erwachsenenalter schwierig, er scheint aber im Alter nicht einfacher zu werden, auch wenn man dies gerne glauben mag. Ich konnte heute Abend bisher nur einen kleinen Ausschnitt dieser Thematik darstellen, und hoffe, daß noch einiges in der Diskussion ergänzt werden kann.

vielen Dank für die Aufmerksamkeit

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